Nachdem die
Steirische ÖVP die Sozialdemokraten mit der Affäre um die
Spitalsvorstandsbestellung erstmals in dieser Periode in arge Schwierigkeiten gebracht hatte, konnte die
Retourkutsche nicht lange auf sich warten lassen.
Trotz Millionenaufwendungen wurde ja bekanntlich mangels Investoren nichts aus dem langersehnten Großprojekt Spielberg. Deshalb hat sich
Red Bull Chef
Dietrich Mateschitz bekanntlich dazu bereit erklärt seinen vertraglichen Mindestverpflichtungen nach zu kommen und auf dem Gelände wieder eine Rennstrecke zu errichten. So schnell
wie möglich wolle er damit beginnen, führte er in einem "Sechsaugengespräch" gegenüber
LH Franz Voves (SPÖ) und
LHStv.
Hermann Schützenhöfer (ÖVP) aus. Danach ließ
Mateschitz die Projektgesellschaft, die auch die neuen
Anrainerverträge ausgehandelt hatte wissen, dass er nicht bereit sei, sämtliche Vertragspunkte zu
übernehmen. Der zuständige
Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (
ÖVP) informierte darauf am 5. Mai die Landesregierung von der neuen Situation. Dort einigte man sich auf folgendes:
1) Sämtliche alten Verträge beginnend mit
Ablöseverträgen aus den 60
iger Jahren sollten neu geordnet und wenn möglich in ein einziges einheitliches und vor allem überschaubares Vertragswerk zusammengefasst werden. Dieser neue einfache und vor allem rechtssichere Vertrag solle dann auf
Red Bull übertragen werden.
2) Die zusätzlichen Belastungen für das Land die durch die Übernahmeweigerung von
Red Bull entstünden sollten herausgefiltert und quantifiziert werden, um
danach zu entscheiden, ob das Land sie übernehmen könne oder nicht.
3) Um den Investor Dietrich
Mateschitz nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte Stillschweigen über die zwiespältige Rolle von
Red Bull zu den Verhandlungsergebnissen der Projektgesellschaft gewahrt werden.
In der
PK nach der
Regierungsitzung war dann tatsächlich nur von der Herrstellung einer überschaubaren, einfacheren Vertragslage die Rede. Landeshauptmann Franz
Voves berichtete noch von einem einheitlichen
Regierungskurs und die Volkspartei sah das in ihrer
PK ähnlich. Die Bombe ließ Soziallandesrat
Kurt Flecker gegenüber der Kleinen Zeitung platzen, als er von zusätzlichen Millionenbelastungen für die Steiermark durch die Spielbergverträge sprach. Die
ÖVP reagierte konsterniert und sprach von einem kalten Putsch in der SPÖ. Für den "
Politfuchs"
Flecker war die
Gelegenheit einfach zu gut, um den populären
Wirtschaftslandesrat Buchmann in ernsthaften
Erklärungsnotstand zu bringen.
Bei seiner gestrigen
PK stimmte auch
LH Franz
Voves in die Kritik
Fleckers ein. Die
ÖVP wiederum wird beim heutigen Sonderlandtag einen
Entschließungsantrag einbringen, bei dem sich die SPÖ-Abgeordenten in namentlicher Abstimmung dazu bekennen müssen, ob sie dem Verhandlungsergebnis der Projektgesellschaft zustimmen oder nicht. Buchmann sprach wörtlich von einem
Lakmustest: "Wenn die SPÖ morgen dagegen stimmt, ist es vorbei."
Das wäre wahrscheinlich ganz im Sinne von Red Bull Chef Mateschitz, denn inzwischen ist längst klar geworden, das der Getränkemilliardär eine gesichtswahrende Absprungbasis vom mittlerweile lästig gewordenen Projekt Spielberg sucht.