Dienstag, 20. Mai 2008

Bank Burgenland – EU will, dass GRAWE 55 Millionen nachzahlt

Nachdem die EU den Bank Burgenland Verkauf an die Grazer Wechselseitige Versicherung (GRAWE) ausgehebelt hat, weil ein ukrainischen Konsortium um 55 Millionen Euro mehr geboten hatte aber dennoch nicht den Zuschlag erhielt, beschäftigte die Affäre nun den Burgenländischen Landtag. Die EU forderte von der GRAWE eine Nachzahlung von 55 Millionen Euro, mit denen das Burgenland seine Budgetsorgen vorläufig wohl los wäre. Aber genau dagegen hat die Burgenländische Landesregierungnun bei der EU berufen.
Die Angst, dass die ehemalige Landesbank an eine aus der Sicht der Burgenländer offenbar dubios ukrainische Bietergruppe gehen könnte, scheint größer zu sein als die Freude über den zu erwartenden Geldsegen. Außerdem ist unklar, ob die GRAWE im Fall des Falles bereit wäre soviel Geld nachzuschießen. Schließlich hat Generaldirektor Othmar Ederer bereits 100 Millionen für das zu sanierende Institut bezahlt. Die Freiheitlichen können das nicht verstehen und richteten einen entsprechenden Dringlichkeitsanrag an den Landtag. Man führe sogar einen Prozess, damit man die 55 Millionen Euro nicht bekomme, das sei "völlig abgehoben" und "ein Wahnsinn", kritisierte FPÖ-Chef Johann Tschürtz.
Die Entscheidung des Landes, die Bank Burgenland vor zwei Jahren an die Grazer Wechselseitige zu verkaufen, sei richtig gewesen, damals wie heute - darin sind sich SPÖ und ÖVP einig wie nur selten. Das ukrainische Konsortium habe auch von der Bankenaufsicht keine positiven Bewertungen erhalten, sagte SPÖ-Finanzlandesrat Helmut Bieler. Das Risiko, an die Slav zu verkaufen, sei einfach zu groß gewesen.

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