Nun ist es also passiert. Steirischen Obstbäume wurden mit dem Antibiotikum Streptomycin gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand geschützt. Dass sich die Imker aufregen, die um die Qualität ihres Honigs fürchten, ist verständlich, dass sie entschädigt werden wollen auch. Wenn nun die gleichen Handelsketten, die ihren Kunden täglich nachweislich mit Spritzmitteln belastete Erdbeeren vorsetzen, die Listung steirischer Äpfel verweigern, ist das ein schweres Foul an den Bauern. REWE, SPAR, HOFER und LIDL hatten ja angekündigt, kein mit dem Feuerbrandabwehrmittel Streptomycin behandeltes Obst in die Regale zu lassen. Für Agrar-Landesrat Hans Seitinger eine unverständliche Haltung: "Wir sind sicher in einer sehr schwierigen Situation, weil wir es mit einem emotionalen Problem zu tun haben. Wissenschaftlich gibt es keinen Hinweis, dass Antibiotika im Obst zu finden sind. Das Antiobiotikum wird ja auch nur kurz zur Blüte aufgebracht und reduziert sich binnen von 24 Stunden auf Null."
Den Populismus auf die Spitze getrieben hat der grüne Landtagsneuling Lambert Schönleitner. Er schlägt den Einsatz nachweislich wirkungsloser Aureobasidium-Präparate gegen den Feuerbrand vor. Der Feuerbrand soll sich also innerhalb des Erwerbsobstbaues austoben können. Im Gegenzug fordert er die 100%-ige Entschädigung der Landwirte. Die Bauern würden also nicht nur ihre Obstanlagen und damit die seit Jahrzehnten mühevoll aufgebauten Absatzmärkte verlieren, der Steuerzahler müsste noch dazu dafür aufkommen.
Mittwoch, 14. Mai 2008
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