Die Iren haben ein Zeichen gesetzt. Und es waren nicht ausländerkritische Wohlstandsverlierer, die NEIN zum Lissabonvertrag gesagt haben sondern die Mehrheit des europafreundlichsten Landes der Union. Die Interpretationen des Ergebnisses lassen freilich viele Deutungen zu. So jubelt in Österreich nun "der xenophobe Block" von Strache über "die Krone" bis zu Westenthaler am lautesten.Dabei sehnen sich die Menschen in ganz Europa nach "Glasnost und Perestrojka". Sie wollen ein Europa, auf das sie stolz sein können, mit dem sie sich identifizieren können und das der Kleinstaaterei in wichtigen politischen Fragen wirksam und dennoch demokratisch entgegentritt.
Wenn nun die Regierungschef versuchen, den Vertrag von Lissabon für die 26 verbleibenden EU-Mitglieder zu retten, mag das pragamatisch sein. Grundfalsch ist es dennoch. Es wäre Zeit für ein vereintes Europa ohne Polstertüren, Groschenzähler, Superharmonisierer und Turbobürokratie mit einer einfachen Verfassung, die klipp und klar regelt was von den Staaten und was von der Union geregelt wird. Und Länder, die nicht mit wollen, können ja stehenbleiben.

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