Mittwoch, 11. Juni 2008

HYPO - Was sind 25% wert?


Die Steirische Raiffeisenlandesbank hat ihren Anteil an der Landeshypothekenanstalt in den letzten Jahren bekanntlich auf 75% abzüglich 1 Aktie erhöht. Im Jahr 1998, hatte sich das Giebelkreuz ja gegen die Steiermärkische behauptet und vom Land Steiermark den Zuschlag für 49% der Landesbank erhalten. Die Hypo passte als Bank von tausenden Landesbeamten und Spitalbediensteten - mit Gehaltskonten, Privatkrediten und nicht zuletzt Fonds- und Vorsorgeprodukten - vor allem wegen ihrer viel versprechenden und wenig risikoträchtigen Kundenstruktur zur RLB. Im Kommerzgeschäft gilt die HYPO vor allem als Bank von Freiberuflern. Ärzte, Anwälte, Ziviltechniker sind ein lukratives Klientel und Raiffeisen war bereit für diese Kunden tief in die Tasche zu greifen. Und so hat die Bank weitere 26% abzüglich einer Aktie erworben. In den Verträgen ist außerdem eine Option auf die verbleibenden 25% plus eine Aktie geregelt, die aber nur vom Land abgerufen werden kann. Das heißt: falls das Land ihre Sperranteile abgeben will, kann es sich nur an die RLB wenden.


Inzwischen ist jedoch einiges schief gelaufen: Zwischen 1999 und 2005 wurde die HYPO in Kroatien auf angeblich kriminelle Art und Weise um insgesamt 178 Millionen Euro geschädigt. Um die Bank auf Voderdermann zu bringen wurde nicht nur der alte Vorstandchef Alfred Goger durch Martin Gölles ersetzt. Raiffeisen musste bis dato etwa 50 Millionen Euro nachschießen, damit die Bank die Verluste überlebt.


Nach dem das Schlimmste überstanden ist will die RLB nun mit der HYPO neu durchstarten. Für "ein neues Geschäftsmodell" wird daher weiteres Geld benötigt und so hat die Bank das Land eingeladen, sich gemäß ihren Anteilen an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen. Seitens des Landes wird nun erwogen, die Bank komplett an Raiffeisen abzutreten. Dass Finanzlandesrat Christian Buchmann und Beteiligungsreferent Landeshauptmann Franz Voves dafür mehr als 70 Millionen Euro - für Budget, Zukunftsfonds oder sonstige Begehrlichkeiten - wollen ist verständlich. Bei Raiffeisen wird jedoch behaupte, bis dato selbst noch keine exakten Preisvorstellungen zu haben - geschweige denn bereits konkret verhandelt zu haben. Alle bisher genannten Beträge werden aber jedenfalls als "viel zu hoch" abgetan.


Es stehen also einige "Pokerrunden" zwischen dem Landeshauptmann und RLB-General Markus Mair ins Haus, wobei Raiffeisen aufgrund der nicht öffentlichen Syndikatsvereinbarung mit dem Land Steiermark wohl das bessere Blatt haben dürfte.

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