Donnerstag, 12. Juni 2008

Wie lange noch, Gusi?


Für den Wiener Bürgermeister Michael Häupl - und nur auf den kommt es trotz vielerlei Gegackere aus den Bundesländern an - wäre Infrastrukturminister Werner Faymann bestens geeignet, Alfred Gusenbauer als Bundeskanzler abzulösen. Andere bringen Namen, die gegenwärtig weniger in der Partei verankert sind, ins Spiel - etwa RTL-Chef Gerhard Zeiler oder Siemens-Chefin Brigitte Ederer.

Aus Sicht der SPÖ-Strategen soll also folgendes passieren. Der unbeliebte "Gusi" muss als Bundeskanzler freiwillig zurücktreten und einem unbelasteten Nachfolger Platz machen. Und die Wähler sollen daraufhin vergessen, was die SPÖ vor der Wahl angekündigt und danach nicht umgesetzt hat.

Häupl könnte jedoch auch eine völlig andere Strategie verfolgen. So patschert sich die SPÖ auf Bundesebene auch anstellt, seine eigenen Umfragewerte als Wiener Bürgermeister werden dadurch nicht beschädigt. Warum sich also dort kratzen, wo es nicht juckt. Und ganz egal, wer Gusi nachfolgen sollte, die Medien werden in Häupl den Königsmörder und -macher sehen. Und so etwas ist in Bezug auf die Stimmung immer gefährlich.

Außerdem bleibt folgendes Problem bestehen: Die ÖVP als Regierungspartner wird niemals einen Wechsel an der Regierungs- oder der SPÖ-Spitze ohne unmittelbar darauf folgende Neuwahlen zulassen.

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