Angesichts der Budgetvorgaben, die Gesamtverschuldung des Landes bei 1,4 Milliarden Euro zu deckeln, wären 70 bis 100 Millionen für die verbleibenden 25% der Landeshypo von Raiffeisen sowohl SPÖ als auch ÖVP recht gewesen. Und so trat Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) in Verhandlungen mit der Raiffeisenlandesbank die seit einigen Jahren ja bereits drei Viertel der HYPO-Anteile hält, um am 13. Oktober in der Landesregierung ein Ergebnis zu präsentieren, was er auch tatsächlich tat.Der Haken war, das RLB-General Markus Mair nichts von dem angeblichen Verhandlungsdurchbruch wusste und Voves trotz VP-Drängens nicht in der Lage war, ein schriftliches Ergebnis vorzulegen. Die Landesregierungsitzung wurde daraufhin unterbrochen.
Nach der Wiederaufnahme war auf einmal alles anders und die SPÖ stimmte dem ÖVP-Antrag zu, die Sperrminorität an der ehemaligen Landesbank zu behalten und sogar eine Kapitalaufstockung von 70 Millionen Euro anteilsmäßig mitzufinanzieren. Voves begründete diesen Schritt später damit, dass er keine Chance auf einen einstimmigen Regierungsbeschluss gesehen habe und ein Anteil an einer Bank in Zeiten wie diesen durchaus einen Sinn habe. Von RLB-Chef Mair zeigte sich Voves "maßlos enttäuscht" weil dieser wohl auf Drängen der ÖVP ein Verhandlungsergebnis bestritt.
Inzwischen ist jedoch durchgesickert, dass die Büroleiterin von Franz Voves schon einige Tage vor der Regierungsitzung dem Raiffeisen Generaldirektor, im Auftrag des Landeshauptmann, per E-Mail mitteilte, dass die Verhandlungen eingestellt seien und an einen Verkauf zu den Bedingungen von Raiffeisen ohnehin nicht zu denken sei, weil die ÖVP dem Ergebnis niemals zustimmen werde. Voves als zuständiger Beteiligungsreferent des Landes hat allen Anschein nach die Flinte ins Korn geworfen, noch bevor überhaupt ernsthaft über den Preis für die im Landesbesitz verbliebenen HYPO-Anteile verhandelt werden konnte.

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