Eigentlich war schon seit dem Wahltag alles klar. Das Land steht vor einer neuerlichen rot-schwarzen Regierungszusammenarbeit. Nur Werner Faymann und Josef Pröll waren noch schlauer und haben - wenn man ORF-Innenpolitik-Chef Hans Bürger Glauben schenkt - schon vor der Wahl mit ersten Verhandlungen begonnen.
Natürlich wird die ÖVP vorgeben, jetzt aus Staatsräson verhandeln zu müssen. Sie wird versuchen, sämtlichen Beobachtern Sand in die Augen zu streuen, indem sie den Anschein zu erweckt, sich so teuer wie möglich zu verkaufen.
Wollen Sie wissen, was dabei herauskommt? Selbst wenn laut Pröll alles offen ist, kann ich ihnen es schon heute vorhersagen: Bei den EU-Volksabstimmungen wird die SPÖ klein beigeben, indem Sie zusagt, in dieser Periode nur dann auf eine Volksabstimmung zu bestehen, wenn die ÖVP mitmacht und bei der Frage der Studiengebühren wird es einen Kompromiss geben (irgendeine Art sozialer Staffelung, mit der man noch dazu die ausländischen Studenten besser abcashen kann als mit der derzeitigen Regelung).
Die ÖVP will ihre verbliebenen Anhänger wieder einmal für dumm verkaufen und hofft darauf, dass ihr der Tod Jörg Haiders nützt und zum BZÖ abgewanderte Wähler zurückkehren. Dass diese Rechnung nicht aufgehen wird, kann ich Ihnen ebenfalls bereits heute vorhersagen.
Das einzig Positive an der nächsten rot-schwarzen Koalition ist übrigens, dass beide Parteien bereits so schwach sind, dass man diese Regierungsform bei den nächsten Nationalratswahlen zum ersten Mal in der Geschichte der 2. Republik abwählen kann.

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