Samstag, 17. Januar 2009

Überlässt Putin die Ukraine der europäischen Einflusssphäre?


Not macht erfinderisch. Offensichtlich zeichnet sich abseits sämtlicher Gasgipfel eine gesichtswahrende Lösung für alle im Gasstreit ab. In Deutschland schrumpfen die Gasspeicher. Die Welt berichtet über ein Konsortium, das sich mit Russland geeinigt haben will, das für die Ukraine bestimmte Gas von Russland zu kaufen und dann an die Ukraine weiterzugeben.
Diese Lösung wäre insofern sensationell, weil Vladimir Putin damit, was den politischen Druck auf die Ukraine angeht, klein beigeben würde und die Ukraine im Gegenzug in eine stärke Abhängigkeit zur EU - vorzugsweise zu Deutschland - führen würde.
Damit wäre der Gasstreit beigelegt und Russland bekäme die dringend benötigten 340 USD für das ukrainische Gas. Der Hintergrund für dieses russische Einlenken ist wohl ein technischer: Denn während in Europa die Gasvorräte schrumpfen, weiß Russland bald nicht mehr wohin mit dem Erdgas. Die Gasförderung lässt sich nämlich nicht stoppen. Und wenn die eigenen Speicher einmal voll sind, bleibt Russland nur der Verkauf des Gases oder das Abfackeln.
Möglicherweise denkt sich Putin, dass ihm eine Ukraine in der Schuld der Deutschlands und anderer EU-Staaten lieber ist, als eine Ukraine, die von den USA kontrolliert wird.
Außerdem will Russland nicht noch mehr Porzellan zerschlagen und Deutschland ist trotz allem nach wie vor Russlands wichtigster westlicher Verbündeter. Das könnte sich jedoch rasch ändern, wenn die ersten Fabriken wegen Gasmangels schließen und die Wohnungen nicht nur im politisch unbedeutenden Bulgarien sondern auch in den deutschen Städten kalt bleiben.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Putin – der große Kulturbringer...
Gas, Gemälde und Grüne Wochen. Ja, klar. Habt Ihr schon gehört, wie Tillich, Sachsens Ministerpräsident, Putin bei der Preisverleihung des 'Sächsischen Dankesordens' gelobhudelt hat?
Ich kommentier das, wenn's Euch interessiert:
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