Die gestrigen Äußerungen, des wegen seiner die Parteivorschriften des BZÖ bei weitem übersteigenden Politgagen in Diskussion geratenen Martin Strutz könnten - nach dem Antreten von Mario Canori für die FPÖ - ein weiteres Indiz sein, dass es mit der Harmonie innerhalb des BZÖ nicht so weit her ist, wie die Geschlossenheit der ersten Tage nach Haiders Ableben vermuten ließ.
Dass Strutz nun sogar das von LH Gerhard Dörfler ausgegebene Wahlziel, am ersten März über die 40-Prozent-Marke zu kommen, öffentlich in Zweifel zieht, ist ein Vertrauensbruch. Und wenn noch dazu der Kärntner BZÖ-Chef Uwe Scheuch Dörfler wegen dessen Angriffe auf Canori, der sich - so der Landeshauptmann - von der FPÖ habe kaufen lassen, im Regen stehen lässt, ist das eine weitere Attacke auf einen Spitzenkandidaten, die sieben Wochen vor entscheidenden Wahlen.
Angesichts dieser Querelen steht der Wahlsieg Dörflers, obwohl ihn sämtliche Umfragen bisher unumstritten, auf einmal in Frage. Bis zum greifbar nahen Wahlerfolg muss das BZÖ auf einmal mehrere brandgefährliche Klippen umschiffen: Da ist zum einen die Popularität von Mario Canori. Auch die "Akte Stefan Petzner" ist nicht geschlossen und somit beinhalten auch die möglichen Reaktionen und Nichtreaktionen von Claudia Haider ein gewisses Risikopotential. Dazu kommt, dass die Geschlossenheit der ersten Tage nach dem Haider-Unglück, mit der Dörfler, Scheuch und Dobernig das BZÖ auf Anhieb in eine gute Ausgangslage für die Landtagswahl brachten, von außen - und wie man jetzt sieht möglicherweise auch von innen - auf einmal als kalter Putsch dargestellt wird.
Montag, 5. Januar 2009
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