Dienstag, 13. Januar 2009

FPÖ: Eustacchio regt die Koalitionsphanatasien der SPÖ an

Der smarte Grazer FPÖ-Chef Mario Eustacchio - er kommt aus einer traditionellen großbürgerlichen Grazer Familie und gilt in Bezug auf eine persönliche Nähe zu Neonzis als unverdächtig - regt nun offenbar auch die Koalitionsphantasien des steirischen Landeshauptmanns Franz Voves an. Und so kommt es demnächst zu einem Gespräch zwischen den beiden.
Während Voves den Termin als Kennenlernbesuch herunterspielt, ist allen Beobachtern völlig klar, dass er in Zusammenhang mit den Landtagswahlen im nächsten Jahr steht, zu denen Eustacchio wahrscheinlich als freiheitlicher Spitzenkandidat antreten wird. Denn eine Mandatsmehrheit links der Mitte von SPÖ, KPÖ und Grünen gilt als eher unwahrscheinlich. So ist Voves also auf der Suche nach einer Alternative zur ÖVP, um seine Wahl zum Landeshauptmann abzusichern.
Der "Chefideologe" der steirischen Roten LHStv. Kurt Flecker betont zwar, dass eine Koalition mit der FPÖ schon allein auf Basis des SPÖ-Programmes auszuschließen sei, aber bekanntlich sieht das auch die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller etwas anders und SPÖ Chef Werner Faymann hat seinen Landesorganisationen in dieser Angelegenheit ja erst kürzlich ausdrücklich freie Hand gewährt.
Für Mario Eustacchio ist das jedenfalls eine komfortable Ausgangslage, denn die derzeit ja nicht im Landtag vertretene FPÖ kann bei der Wahl mit deutlichen Zugewinnen und möglicherweise sogar dem Einzug in die Landesregierung spekulieren.
Von ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer ist ohnehin bekannt, dass er kaum Berührungsängste zu den demokratisch legitimierten Parteien verspürt und sich durchaus auch von der FPÖ zum Landeshauptmann wählen lassen würde, falls sich aus dem Wahlergebnis eine gemeinsame Mehrheit im Landtag und wohl auch in der Landesregierung ergibt.

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