Donnerstag, 26. Februar 2009

Warum die MAGNA-Krise nichts mit der Konjunktur zu tun hat

Die Redaktion von WM wurde im Herbst 2006 von verschiedenen Seiten ziemlich angefeindet, weil sie darüber berichtete, dass beim größten steirischen Unternehmen, Steyr-MAGNA, Unbill droht. Die Ergebnisse unserer Recherche waren eigentlich einleuchtend: Die großen MAGNA-Aufträge von der E-Klasse über den BMW X-3 bis zum Chrysler-Voyager liefen aus und neue Jobs waren nicht in Sicht.
Gleichzeitig ließ das MAGNA-Management diskret verlautbaren, dass sich Graz in Zukunft nur mehr für Kleinserien der Oberklasse und als F&E-Standort eignen würde, während sich günstige Großserien eher für ein neu zu errichtendes Werk in Rußland oder - wie es damals hieß - den USA anbieten würden. Denn es müsse ja allen klar sein, dass die Zulieferindustrie den Fahrzeugkonzernen in deren Expansionsländer folgen müsse.
Inzwischen ist das MAGNA-Engagement des russischen Aluminium- und KFZ-Oligarchen Oleg Deripaska aufgrund der Kapitalmarktkrise und des damit für Deripaska verbundenen Bonitätsverlustes Geschichte.
Wäre die Krise ausgeblieben, wäre dem MAGNA-Standort Graz und allen zuliefernden Contraktoren das aktuelle Desaster aber dennoch nicht erspart geblieben. Die KFZ-Industrie hat gerade in Europa gewaltige Überkapazitäten und die Regierungen der Schwellen-Volkswirtschaften kämpfen mit allen Mitteln darum die durch ihre Motorisierung entstehende Wertschöpfung bei ihnen im Land zu behalten. Während Europa und Amerika um ihre Fahrzeugindustrie kämpfen, entstehen also in China, Indien oder Rußland weitere Kapazitäten.
Dem MAGNA-Management kann daher der Vorwurf nicht erspart bleiben, dass sie ihr strukturelles Megaproblem solange verschleierte, bis sich mit der Wirtschaftskrise ein "gesellschaftsfähiges Argument" für den derzeitigen Jobabbau und die völlig sinnlosen Kurzarbeits-Subventionen fand.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Hainzl wird steirischer WK-Präsident

Ein respektable Überraschung war die Wahl des Grazer Autohändlers und WK-Regionalstellenobmanns Ulfried Hainzl zum designierten WK-Präsidenten durch den Vorstand des Steirischen Wirtschaftsbundes. Die Wahl Hainzls gilt vor allem als Stärkesignal für Wirtschaftsbundobmann Landesrat Christian Buchmann, der seinen Wunschkandidaten gegen eine Vielzahl von Partikularinteressen durchzusetzen konnte.
Ulfried Hainzl ist ausgebildeter Jurist und Geschäftsführer des Grazer Autohauses Winter, in das der gebürtige Judenburger nach Abschluss seines Studiums eingeheiratet hat. Mit Landesrat Christian Buchmann verbindet Hainzl eine Jugendfreundschaft aus gemeinsamen Tagen in der Jungen ÖVP, die bis Mitte der Achtzigerjahre zurückreicht. Die Nominierung von Hainzl beweist, dass der WB zu 100% hinter Christian Buchmann steht. Damit steigt auch sein Gewicht des Wirtschaftslandesrates innerhalb der steirischen Vokspartei. Und so stellte Buchmann unmittelbar nach der Bestellung klar:„Ulfried Hainzl wird unbequem deutlich die steirische Wirtschaft vertreten. Er ist mein Wunschkandidat“
Der designierte Präsident Ulfried Hainzl wiederum kennt die Sorgen und Nöte der Steirischen KMUs genau: „In der jetzigen Zeit ist es besonders wichtig den Regionen in ihren Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. Es geht jetzt weder um groß noch klein – nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame muss jetzt im Vordergrund stehen.“
Erfreut über seinen Nachfolger zeigte sich auch Peter Mühlbacher: „Ich freue mich über die Einigkeit im Wirtschaftsbund und wünsche Ulfried Hainzl alles Gute für seine zukünftige Arbeit“! Hainzls Stellvertreterin wird Regina Friedrich. „Wir gehen diesen Weg für die heimische Wirtschaft gemeinsam. Ich empfinde es als großes Lob für meine Arbeit, dass ich in meiner Wiederwahl zur Stellvertreterin bestätigt wurde“, so Friedrich.

Sonntag, 1. Februar 2009