Am Freitag waren sowohl Finanzminister
Josef Pröll als auch Wirtschaftsminister
Reinhold Mitterlehner zu Besuch in der Steiermark. Beide zeigten sich in ihren Auftritten davon überzeugt, dass auf dem Weg zur Bekämpfung der Finanzkrise sei schon einiges erreicht wurde. So sei es etwa mit dem Bankeneigenmittel- und -haftungspaket gelungen, das Vertrauen der Sparer aufrecht und den Spielraum der Banken zu erhalten. Die 6 Milliarden Euro, die der Staat für die Steuerreform und die beiden Konjunkturpakete aufwendet seien kein Pappenstiel und werden ihre Wirkung nicht verfehlen.
Dennoch müsse klar sein, dass es so etwas wie die derzeitige Situation noch nie zuvor gegeben habe und daher niemand sagen könne, was als nächsten schief oder glatt geht. Allen die davon träumen, die Krise nachfrageseitig in den Griff zu bekommen, müsse klipp und klar gesagt werden, dass das nicht möglich sei, denn ein bisschen private Konsumankurbelung könne nicht ausreichen, um das, was da an breiter Front eingebrochen ist, aufzuholen. Daher müsse der Staat besonders sorgsam mit seinen Mitteln umgehen, um auch weiterhin Geld zur Unterstützung der Wirtschaft zur Verfügung zu haben.
Im Klartext, so Pröll, werde es keine Erhöhung des Arbeitslosengeldes geben und auch die Mindestsicherung sei - obwohl notwendig und eigentlich paktiert - hinsichtlich des Unsetzungstermins noch nicht klar.
Pröll ließ in seinen Ausführungen keinen Zweifel daran, dass es in den nächsten beiden Jahren nur ein einziges budgetäres Thema geben könne: die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Eckpfeiler des Landes. Finanzsystem, Exportwirtschaft und Industrie müssen jetzt mit ruhiger Hand durch die Krise begleitet werden und gleichzeitig müsse an der Beseitigung der Systemfehler gearbeitet werden, die zur globalen Rezession geführt haben.
Dass dieses Thema angesichts einer immer klassenkämpferischer agierenden SPÖ - der steirische Landeshauptmann
Franz Voves träumt sogar von breitangelegten wirtschaftlichen Verstaatlichungen - jede Menge Koalitionssprengstoff birgt, liegt auf der Hand. Erstmals seit sich die beiden Wahlverlierer zu einer Regierung zusammengeschlossen haben, halte ich es übrigens für qualitativ positiv, dass sich mit dem smarten Bundeskanzler
Werner Faymann und seinem Vizekanzler Josef Pröll zwei Menschen gefunden haben, die den sachlichen Erfolg suchen.