Montag, 2. März 2009

BZÖ: Endgültige Etablierung oder ein letztes Aufflackern?

Damit hat der ambitionierte Kärntner BZÖ-Chef Uwe Scheuch nicht gerechnet. Verdirbt ihm doch ausgerechnet sein leichtgewichtiger Parteikollege, der Beutefreiheitlicher Gerhard Dörfler, mit seinem fulminanten Wahlsieg - oder sollte man doch besser den Sieg Jörg Haider zuschreiben - den raschen Aufstieg zum Kärntner Landeshauptmann. Reinhard Rohr von der SPÖ hat jedenfalls die volle Ladung ausgefasst und die Kärntner Schwarzen unter Josef Martinz haben zumindest die Wahrnehmbarkeitsschwelle wieder erreicht.
So unbedeutend der Populismuswettbewerb in Kärnten dennoch gewesen sein mag: Dem BZÖ ist es mit diesem Wahlerfolg jedenfalls gelungen, innerhalb des Dritten Lagers ein regional bedeutsamer Faktor zu bleiben.
Logisch wäre nun eine Allianz der Orangen mit der FPÖ in Form eines CDU-CSU Modells - aber was ist bei diesen beiden Partnern schon logisch?
Denn die FPÖ unter H. C. Strache dürfte zwar das Abenteuer, mit Mario Canori in die Landtagswahl gegangen zu sein, bitter bereuen, sie sitzt langfristig dennoch auf dem längeren Hebel als das BZÖ. Während den Orangen nun nämlich eine fünfjährige Niederlagenserie ins Haus steht, ist davon auszugehen, dass die FPÖ bei den kommenden Wahlgängen von Sieg zu Sieg eilen wird. Und das stärkt!
Die nächsten Jahre werden für Kärnten übrigens besonders schwierig. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Kassen sind leer. Für budgetäre Impulse ist kein Geld vorhanden und außerdem gilt es eine Reihe von kaum finanzierbaren Wahlversprechen einzulösen. Ganz egal, wen sich das BZÖ zum Partner nimmt. Das Gebäude der Zusammenarbeit wird auf alle Fälle jedesmal bedenklich wackeln, wenn es ums Geld geht. Dass sich unter solchen Voraussetzungen sinnvolle Landeshaushalte zimmern lassen, ist eigentlich auszuschließen. Damit bleibt es jedenfalls spannend in Kärnten.

Keine Kommentare: