Bisher war die Krise vor allem für die angelernten Hilfskräfte spürbar war, weil sich diese Mitarbeiter so einfach ersetzen lassen, dass sich niemand die Mühe macht, sie in Kurzarbeit zu schicken. Trotz einer zunehmenden Unsicherheit überwiegt beim Rest nach wie vor die Freude über die erstmals seit Jahren wieder üppig gestiegenen Löhne und Gehälter sowie darüber dass aufgrund der vorübergehend gesunkenen Energiepreise auf einmal mehr Geld im Säckel bleibt.Ist dieses Geld im Weihnachtsgeschäft und in der Wintertourismussaison noch mit beiden Händen ausgegeben worden, könnte nun bald damit Schluss sein.
Denn auf einmal beginnt die Industrie entgegen ihren ursprünglichen Ankündigungen damit, auch qualifizierte Facharbeiter abzubauen. Bei AVL-List etwa, werden angeblich alle Mitarbeiter - selbst die Akademiker - die kürzer als ein Jahr im Unternehmen sind, "freigesetzt" und aus den MAGNA-Forschungsbereichen dringt die Nachricht, dass die Konzernleitung mittlerweile versucht, ihre mangels Aufträge unausgelasteten Ingenieure bei schriftlicher Wiedereinstellungsgarantie für ein Jahr unbezahlt auf Urlaub zu schicken.
Besonders haarig ist die Situation für die FH- und TU-Absolventen der automotiven Studienrichtungen und -gänge: Aufgrund ihrer engen Ausbildungskorridore ist es für sie beinahe unmöglich, auf Betätigungsfelder außerhalb des Autoclusters auszuweichen.
Die Folge ist eine deutlich steigende Sparqoute - das wohl deutlichste Signal, dass die Krise unmittelbar davor steht, nach der KFZ-Wirtschaft auch all jene Bereiche zu erreichen, für die auf einmal weniger Geld zur Verfügung steht. Die Urlaube werden zuerst billiger (ein Hoffnungsschimmer für den heimischen Sommertourismus) und unterbleiben danach ganz (ganz schlecht für die nächste Wintersaison und den touristischen Arbeitsmarkt). Gröbere Investitionen ohne Break-Even werden unbefristet verschoben und immer die Betroffenen flüchten in die Schwarzarbeit.
Irgendwie muss es gelingen, diesen Abwärtstrend zu durchbrechen doch je länger die einzelnen Länder an der Umsetzung ihrer zügig beschlossenen Konjunkturpaketen herumdoktern, desto breiter wird die Spur der Verwüstung, die die Krise in der Gesellschaft hinterlässt.

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