Dienstag, 28. April 2009

Die schräge Logik des Franz Voves

Gestern nach der Regierungssitzung in der PK der SP-Regierer gab der Steirische LH wieder einmal Meisterstück seiner Sicht von Wirtschaftspolitik zum Besten:

Die aktuelle Strompreiserhöhung des Verbundes hätte seine Ursache in den gesunkenen absetzbaren Strommengen infolge der Wirtschaftskrise. Da die Shareholder nicht auf ihre Dividenden verzichten wollten, werde nun der Preis angehoben.
Die unglaubliche Vovessche Conclusio: Daher sei es also sinnvoll, Teile des Energiewesens zu verstaatlichen, um den kleinen Leuten und den kleinen Unternehmen günstige Strompreise zu ermöglichen.

Ist es nicht erschreckend, so einen Unsinn aus dem Mund eines Landeshauptmannes zu hören?
Auf meine in folgende Frage formulierte Kritik, regagierte er mit Unverständnis:
Ich wollte wissen, ob der Verbund
1)nicht ohnehin überwiegend verstaatlicht sei
und
2) ob diese Preiserhöhung nicht auch darin begründet sein könne, dass der Verbund nach wie vor wie ein Monopolist agieren könne
und ob
3) nicht mehr Wettbewerb ein besseres Rezept wäre, um diese Monopolistenpreisbildung zu unterbinden.

Die verständnidlose Antwort unseres LH, war, dass ich wohl seine Argumente nicht verstanden hätte.

Samstag, 18. April 2009

Ist Krugman ferngesteuert?

Bei einem Gespräch gestern Abend mit dem Generaldirektor einer großen österreichischen Regionalbank, die wie alle anderen stark in CEE engagiert ist, stellte der Bankmanager die Vermutung an, dass Krugman bei seinem Kommentar tatsächlich einigen amerikanischen Bänkern auf den Leim gegangen sein könnte, die insgeheim auf Schnäppchenjagd sind und darauf spekulieren, eine angeschlagene österreichische Bank übernehmen zu können, um so endlich einen Fuß in die Tür nach CEE zu bekommen.
Auf alle Fälle sei damit zu rechnen, dass die österreichischen Banken nun deutlich nach unten geratet werden, was die Refinanzierungskosten in die Höhe treibe, so der Bank-General.
Die Geschichte zeigt wieder einmal, mit welch hinterhältigen Methoden im Big Business gekämpft wird.

Freitag, 3. April 2009

n-tv diskutiert über die Währungsreform

Schauen Sie sich dieses Streitgespräch auf n-tv zwischen Raimund Brichta und Friedhelm Busch an, das ich auf dem Webblog von Frank Meyer gefunden habe. Aber ACHTUNG! Sie könnten einen Schock davon tragen. Auf all Fälle werden Ihnen die Augen aufgehen.
Am Besten gefällt mir Brichta, wenn er meint, die derzeitigen Sanierungsversuche seien so, wie wenn man einen Alkoholiker mit einer hohen Dosis Alkohol zu heilen versuche.

AK-Wahl - Schwächelnde FPÖ

Das magere Plus von Zweieinhalbprozent bei der steirischen AK-Wahl kann für die FPÖ nicht das Gelbe vom Ei gewesen sein. Nachdem die Blauen in der AK auch in den anderen bereits ausgezählten Bundesländern hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, lässt sich daraus möglicherweise eine Tendenz ableiten, dass die Krise beim Wähler zu einem sorgsameren Umgang mit der Stimme führt.
Denn eines weiß selbst der angefressendste Arbeiter: Die bösen Ausländer und Asylanten sind nicht schuld daran, dass sein Job nun in Gefahr ist. Außerdem sitzt im Innenministerium mit der "eisernen Mitzi" jemand, der endlich einmal nicht davor zurückschreckt, auch in den eigenen Reihen der Polizei die Schuldigen für die niedrige Aufklärungsquote bei den klassischen durch die offenen Grenzen hervorgerufenen Eigentumsdelikten zu suchen.
Bei den steirischen Freiheitlichen sollten ein Jahr vor Gemeinderats und Landtagswahlen jedenfalls die Alarmglocken läuten, denn ihr wichtigstes Klientel, die frustrierten SPÖ-Wähler, bleiben offensichtlich lieber zu Hause, als mit der Wahl der FPÖ ein Zeichen des Protests zu setzen.
Darüber müssen in der Steiermark übrigens auch all jene nachdenken, die sich mit Hilfe der Freiheitlichen an die Spitze wählen lassen wollen.

Mittwoch, 1. April 2009

G20 - Alle gegen England?

Beim Weltfinanzgipfel zeichnet sich eine Verschiebung der Achsen ab. Plötzlich sieht es so aus, als ob London mit seinen Bestrebungen die Finanzindustrie unreguliert zu belassen alleine bleibt. Wie Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel steht ist ohnehin klar, auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. Ja er hat sogar angekündigt den Gipfel platzen zu lassen, falls es zu keiner einschneidenden Regulierung der Finanzmärkte käme. Russland wiederum sieht sich ohnehin als Opfer der Finanzspekulanten und will daher die Finanzindustrie ebenfalls enger an die Realwirtschaft binden. China - als Hauptgläubiger der USA - sieht das ähnlich. US-Präsident Barack Obama wiederum kann bei diesem Gipfel real nicht viel gewinnen jedoch formal sehr viel verlieren. Deshalb hat er bereits erkennen lassen, dass er wohl für eine Finanzmarktreform eintreten wird. Er hat sogar seinen Finanzminister Timothy Geithner, als Befürworter einer einschneidenden Finanzmarktregulierung vorgeschickt.
Allein im Regen und ohne US-Unterstützung steht daher zur Zeit Englands MP Gordon Brown: Er ist strikt gegen eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte, weil es in England seit dem weitgehenden Versiegen des Nordseeöls so etwas wie eine Realwirtschaft ohnehin kaum mehr gibt. Daher spricht er seit Tagen nur mehr von der Wirtschaftskrise und nicht mehr von einer Finanzkrise. Großbritannien fürchtet um den Londoner Finanzplatz und hat Angst vor einer internationalen Kontrolle seiner starken Bankenlandschaft.