Beim Weltfinanzgipfel zeichnet sich eine Verschiebung der Achsen ab. Plötzlich sieht es so aus, als ob London mit seinen Bestrebungen die Finanzindustrie unreguliert zu belassen alleine bleibt. Wie Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel steht ist ohnehin klar, auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. Ja er hat sogar angekündigt den Gipfel platzen zu lassen, falls es zu keiner einschneidenden Regulierung der Finanzmärkte käme. Russland wiederum sieht sich ohnehin als Opfer der Finanzspekulanten und will daher die Finanzindustrie ebenfalls enger an die Realwirtschaft binden. China - als Hauptgläubiger der USA - sieht das ähnlich. US-Präsident Barack Obama wiederum kann bei diesem Gipfel real nicht viel gewinnen jedoch formal sehr viel verlieren. Deshalb hat er bereits erkennen lassen, dass er wohl für eine Finanzmarktreform eintreten wird. Er hat sogar seinen Finanzminister Timothy Geithner, als Befürworter einer einschneidenden Finanzmarktregulierung vorgeschickt.Allein im Regen und ohne US-Unterstützung steht daher zur Zeit Englands MP Gordon Brown: Er ist strikt gegen eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte, weil es in England seit dem weitgehenden Versiegen des Nordseeöls so etwas wie eine Realwirtschaft ohnehin kaum mehr gibt. Daher spricht er seit Tagen nur mehr von der Wirtschaftskrise und nicht mehr von einer Finanzkrise. Großbritannien fürchtet um den Londoner Finanzplatz und hat Angst vor einer internationalen Kontrolle seiner starken Bankenlandschaft.

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