Montag, 13. Juli 2009

Kleine Zeitung: Sinnloses Oberlehrertum!

Die Politikerbenotung durch die Kleine Zeitung am Wochenende war lächerlich. Aufgabe seriöser Medien - und als solches will die Kleine ja bezeichnet werden - ist es, die komplexen politischen Vorgänge im Lande so aufzubereiten, dass auch zeitungslesende Laien kapieren, was dort passiert.
Keinesfalls darf sich eine Redaktion künstlich aufzuplustern und sich über die Nichtsnutzigkeit unserer gewählten Volksvertreter empören. Wenn etwa LH Franz Voves oder sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer ein Nichtgenügend der Styria-Politredakteure in Kauf nehmen müssen, trägt das zwar zum Gaudium der über Insiderwissen verfügenden politischen Kaste bei. Für alle anderen halbinformierten Querleser verfestigt sich dadurch jedoch das völlig falsche Bild einer korrupten Bananenrepublik mit Menschen an der Spitze, die ausschließlich in die eigene Tasche wirtschaften. Denn wer Hermann Schützenhöfer kennt, weiß, dass er kompetent und mit unglaublichem Einsatz ein Arbeitspensum vorlegt, das kaum ein Manager oder Freiberufler erreicht.
Und wenn Franz Voves eine Reichensteuer fordert und sich wegen der SPÖ-Parteistiftung zum Watschenmann der von der Kronenzeitung aufgewiegelten Nation macht, tut er das nicht, um die Bevölkerung hinters Licht zu führen, denn dass die SPÖ eine Stiftung hat, war zumindest sämtlichen Polit-Redakteuren im Lande bekannt, sondern um seiner eigenen Partei das dringend notwendige soziale Profil zu verleihen.
Anders als Redakteure müssen sich die Politiker ohnehin in regelmäßigen Abständen der Wahl durch das Souverän stellen. Schade, dass die Kleine Zeitung immer öfter auf das Niveau der Krone fällt und Empörung sucht, anstatt ihren Lesern Stärken und Schwächen von Politik zu vermitteln.

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