Eigentlich war es abzusehen, dass Finanzminister Josef Pröll beim ORF-Sommergespräch nichts Essentielles von sich geben wird. Die linksromantische Bergdoktor als Co-Fragender - ich wette Harald Krassnitzer hat irgendwo ein Che-T-Shirt zuhause - wollte ohnehin nur auf die vermeintliche soziale Schieflage in Österreich aufmerksam machen und Ingrid Turnher ließ sich mit dem vermeintlichen Engagement der Bundesregierung für eine Finanztransaktionssteuer einlullen. Dabei ist klar, dass eine solche Steuer nicht kommen darf, denn das würde den Zertifikat- und Derivatehandel bloß auf den ungeregelten außerbörslichen Bereich verlagern.
Aber Pröll hatte es auch nicht leicht. Schließlich war sich Bundeskanzler am gleichen Tag im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" nicht zu blöd, eine Mehrwertsteuererhöhung als unsoziale Antwort zur Finanzierung der Krisenfolgen auszuschließen, obwohl diese so gut wie europaeweit ausgemacht ist.
"Wenn schon mein Regierungspartner nur Unsinn verzapft, tu ich halt das Gleiche", mag sich daher auch Josef Pröll gedacht haben.
Mittwoch, 2. September 2009
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