Dass sich VP-Chef Josef Pröll darüber aufregt, wenn der steirische Landeshauptmann Franz Voves den Bundeskanzler als SPÖ-Chef mit in die Verantwortung für die rote Niederlage bei den Gemeinderatswahlen nimmt, ist kurios. Selbstverständlich gibt es einen Bundestrend, der der SPÖ derzeit ins Gesicht bläst. Bei 12 Niederlagen in Serie liegt das ja auf der Hand. Auch dass ein SPÖ-Landeshauptmann - wenige Monate vor seiner Landtagswahl - die Schuld lieber bei anderen sucht als bei sich selbst, ist - wenn schon nicht profesionell - zumindest verständlich.
VP-Chef Pröll sollte sich lieber um die Auswirkungen seiner eigenen Politik auf die ÖVP-Chancen bei den nächsten Bundesländer-Wahlen Sorgen machen. Denn die Burgenland-Wahl hat die VP-Bundespartei mit der Eberau-Kommando-Aktion von Innenministerin Maria Fekter ja bereits versemmelt.
Derzeit verspüren die Steirische ÖVP und Hermann Schützenhöfer zwar einen kräftigen bundespolitischen Rückenwind. Aber damit könnte es bald vorbei sein. Denn wenn die Volkspartei, etwa bei den Spielregeln für die Budgetsanierung, nicht bald zu einer Linie findet, welche die Verwaltungsreform und die ausgabenseitige Budgetsanierung in den Mittelpunkt rückt, wird sich die Wirtschaft schneller von ihr abwenden, als es viele für möglich halten.
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